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Wer pflegt uns, wenn Arbeitskräfte aus dem Ausland fehlen?

  • Handelskammer beider Basel
  • 4. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Ob Spitäler, Altersheime, Geschäfte oder Labore – wir sind im Alltag auf Mitarbeitende aus dem Ausland angewiesen. Die Volksinitiative «Keine 10 Millionen Schweiz» will das toppen. Franziska Reinhard, Vizepräsidentin Curaviva Basel-Stadt, warnt: Wenn diese helfenden Hände fehlen, trifft es die Schwächsten – kranke und ältere Menschen.

Ältere Dame blickt über die Schulter zu Ihrer Pflegerin, deren Gesicht wir nicht sehen.

Dieser Text wurde erstmals in der Kleinbasler Zeitung publiziert (S. 36) und stammt aus der Feder der Handelskammer beider Basel.


Wie gefährdet die Initiative unsere Versorgung?


Die Initiative will weniger Zuwanderung. Das bedeutet: Es wird schwieriger, genug Pflegepersonal zu finden. Schon heute fehlen Mitarbeitende. Wenn wir noch weniger Fachkräfte bekommen, kann es sein, dass wir Betten oder Pflegeplätze schliessen müssten. Das würde kranke und ältere Menschen direkt treffen.


Warum braucht unsere Pflege Mitarbeitende aus dem Ausland?


Es brauchen immer mehr ältere Menschen Unterstützung und Pflege. Gleichzeitig gibt es in der Schweiz zu wenig Fachpersonal. Pflegekräfte aus dem Ausland helfen wesentlich mit, iese Lücke zu schliessen. Ohne sie würde unser Gesundheits- und Pflegesystem nicht funktionieren.


Wieso können wir den Bedarf nicht selbst decken?


Wir bilden in der Schweiz Pflegefachpersonen aus. Aber das reicht nicht. Die Ausbildung dauert mehrere Jahre. Gleichzeitig gehen viele erfahrene Pflegekräfte früh aus dem Beruf, weil die Arbeit sehr anstrengend ist. Deshalb sind wir in der Pflege auf zusätzliche Mitarbeitende aus dem Ausland angewiesen.


Welche Folgen hätte ein Personalmangel?


Wenn zu wenig Personal da ist, bleibt weniger Zeit für die Menschen. Die Pflege wird

hektischer. Gespräche, Nähe und individuelle Betreuung kommen zu kurz. Für ältere Menschen bedeutet das weniger Sicherheit und weniger Lebensqualität.


Wie hilft Vielfalt in Pflegeteams?


Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern bringen wertvolle Erfahrung mit. Das hilft, Menschen besser zu verstehen, Vertrauen aufzubauen und Missverständnisse zu vermeiden. Am Ende zählt: Gute Pflege braucht Kompetenz, Stabilität und Teamarbeit – und Vielfalt stärkt genau das.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pflege?


Ich wünsche mir eine Pflege, die genügend Zeit hat, für die ihr anvertrauten Menschen. Gute Arbeitsbedingungen, gute Ausbildung und genug Personal sind dafür entscheidend. Und ich wünsche mir, dass wir offen bleiben für qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland - zum Wohl aller, die auf Pflege angewiesen sind.

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